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Die Mädchenrealschule Volkach ist „BUNT“


25.07.2015

Die Mädchenrealschule Volkach ist „BUNT“


Da die neonazistische Partei „Die Rechte“ in Stammheim für großes Aufsehen gesorgt hat und einige Schülerinnen unserer Schule - sogar ein paar Schülerinnen aus unserer Klasse - dort wohnen, bekamen wir die ganze Aufregung hautnah mit.

Bereits während der Projektpräsentation im Winter dieses Jahres beschäftigten sich einige Schülerinnen mit dem Thema „Asylbewerber“. Dabei wurde klar, mit welcher ablehnenden Haltung  manche Menschen den Flüchtlingen gegenübertreten und mit welchen Vorurteilen und Schwierigkeiten diese Menschen vor Ort teilweise zu kämpfen haben. Beendet wurde der Vortrag mit der äußerst treffenden Aufforderung „Und jetzt stell` dir vor, du brauchst Asyl!“, die zum Nachdenken darüber anregen sollte, ob der eine oder andere seine eingefahrenen Vorstellungen in Anbetracht der schrecklichen Dinge, die die Menschen in ihrem Heimatland und auf der Flucht erleben mussten, nicht einmal überdenken sollte.


Doch woher kommen diese eingefahrenen Vorstellungen? Sie sind eindeutig einer politischen Richtung zuzuordnen - dem Rechtsextremismus. Doch seit wann gibt es diese ausgeprägte Form des rechtsextremen Denkens in Deutschland, durch das  Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Religion als „minderwertig“ betrachtet werden?


Diese Ansicht hat eine leider eine lange „Tradition“. So wurden bereits im Mittelalter Juden verfolgt, später sorgte die soziologische Theorie des Sozialdarwinismus für die Art von Denken, die schließlich im wohl bekanntesten Beispiel gipfelte: dem Nationalsozialismus.

„Aber ich habe mich schon immer gefragt, wie das alles passieren konnte …“, sagte eine Schülerin im Unterrichtsgespräch bei der Behandlung des Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht. Diese Thematik der Deutschen Geschichte steht nämlich am Ende der 9. Klasse auf dem Plan. Dabei wurde den Schülerinnen bewusst, was passieren kann, wenn sich nur wenige trauen, sich aktiv für die Demokratie einzusetzen.


Eine andere Schülerin fragte: „Hätten sich nicht einfach ein paar gegen diesen Hitler wehren können?“ Aber so einfach war es leider nicht. Denn Gegner des NS-Regimes wurden mit Gewalt unterdrückt, sodass es zu Verfolgungen, Verhaftungen und Ermordungen von Regimegegnern kam, die versuchten, sich für die Demokratie einzusetzen.  

Welche schrecklichen Ausmaße die Herrschaft Adolf Hitlers annahm, ist mit zwei Schlagworten zusammenzufassen: Zweiter Weltkrieg und Rassismus. Beide Ereignisse forderten zusammen circa 60 Millionen Tote.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf beschlossen wir unsere Klassenkameradinnen und ihr Dorf Stammheim mit unserer Aktion zu unterstützen und unsere Solidarität zu zeigen. Viele Menschen sollen darauf aufmerksam gemacht werden. Denn uns Schülern ist klar, dass alle Menschen Menschenrechte besitzen, gleichberechtigt behandelt werden sollten und welche Bedeutung dabei die Demokratie spielt.

 

    

Also veranstalteten wir am 10.07.2015 an der Mädchenrealschule in Volkach eine Aktion, die unter anderem den Zusammenschluss „Stammheim ist bunt“ unterstützen solle. Durch lange und sorgfältige Planung gelang es nun den Schülerinnen, einen Beitrag für die Öffentlichkeit zu leisten.

 

    

Mit großer Freude wollten wir ein Zeichen setzten: „Die MRS ist bunt!“. So wurden zunächst zahlreiche bunte Luftballons in Szene gesetzt. Konfetti und Luftschlagen durften natürlich auch bei unserer „bunten Aktion“ nicht fehlen. Nachdem die Haare bunt gefärbt wurden, folgte schließlich der wohl beeindruckendste Teil: das Hochwerfen von leuchtend bunter Farbe, die die Luft in den verschiedensten Farben färbt. Unsere Idee: Der Wind soll den bunten Staub als Symbol für Toleranz in die ganze Welt tragen.

 




Herzlicher Dank ergeht an die Feuerwehr Volkach, die uns ihr Grundstück zur Verfügung gestellt hat, um diese Aktion durchzuführen, sowie an die Stadt Volkach, insbesondere Herrn Bürgermeister Peter Kornell, der uns schnell und unkompliziert erlaubte, das Stadtgrundstück zu nutzen, sowie an Herrn Christian Schwab, vom Amt für öffentliche Sicherheit & Ordnung, der uns freundlicherweise noch einige Hinweise für die Durchführung dieser Aktion zukommen ließ.

Unser Ziel ist es nun, einen kleinen Film zuzuschneiden, mit dem wir die Menschen ansprechen. Darüber hinaus planen wir ab dem nächsten Schuljahr, uns mit konkreten Aktionen für mehr Toleranz einzusetzen.


Denn WIR sind BUNT und wir wollen auch Flüchtlingen beistehen!


Text und Bilder: Schülerinnen der Klasse 9 A und Frau Kerstin Page

 



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